Nach 3 Tagen internetfreier Zone im Yellowstone N.P. können wir euch endlich wieder auf den neuesten Stand unserer Reise bringen. Der Yellowstonepark hat uns restlos begeistert. Wir finden er gehört zu den Dingen die man in seinem Leben einma gesehen haben sollte. Die Dichte von Geysiren ist so hoch wie sonst nur noch auf Kamschatka und Neuseeland. Wir sind vom Grand Teton kommend von Süden in den Park eingefahren. Nach den ersten Kilometern wurden wir bereits mit dem Anblick eines tollen Canyon begrüßt.
Gewohnt haben wir in einer Cabin in der Old Faithful Lodge und konnten den Ausbruch des Geysirs schon beim Frühstück bestaunen. Aber auch die Farben und die Klarheit des heißen Wassers in den Pools ist verblüffend und sowohl mit Worten als auch Bildern nicht zu beschreiben.

Es gibt eine Reihe großer Flächen, Basin genannt, mit geothermischer Tätigkeit. Das hatten wir uns so nicht vorgestellt. Durch diese Basins führen Pfade auf Holzstegen, alles Andere wäre zu gefährlich, da die Erdkrusten in dem gesamte Bereich eines Basin ziemlich dünn ist.
Fest steht das der Yellowstone ein riesiger Hot Spot ist und in den nächsten
100 000 Jahren ausbrechen wird. Es wird eine riesige Caldera entstehen. Ich denke bis dahin hat sich die Menschheit ohnehin überlebt und das Leben geht ohne Menschen weiter.
Nicht nur der Vulkanismus fasziniert, sondern auch die vielfältige Landschaft und die Tierwelt. Da ist der riesige Canyon des Yellowstone River, der auch als Grand Canyon des Yellowstone bezeichnet wird. Ich muss sagen den Namen trägt er zu Recht, obwohl die Ausmaße des Grand Canyon um ein Vielfaches größer sind. Aber seht selbst.

Aber auch solche Landschaften gibt es dort zu bestaunen, ideal als Weidefläche für Bison, Elch, Hirsch und sonstiges Getier.
Die intensive Begegnung mit Tieren hatten wir so nicht erwartet. In manchen Situationen haben wir uns an unseren Südafrikaurlaub im letzten Jahr zurück erinnert. Wenn man auf der Straße von einer Bisonherde eingekeilt wird, bekommt man schon ein komisches Gefühl in der Magengegend, besonders wenn man vorab auf die Gefährlichkeit der Tiere hingewiesen wurde. Die Tier sind schon gewaltig groß, machten auf uns jedoch einen sehr relaxten Eindruck.
Am dritten Tag haben wir die Sinterterrasen besichtigt. Ich muss sagen, noch eine Klasse schöner als Pamukkale.

Das lässt sich alles nicht beschreiben, diese Fotos können nur Eindrücke verschaffen. Erleben muss das jeder selbst.
Nach diesen 3 fantastischen Tagen sind wir Richtung Norden zum Glacier National Park aufgebrochen. Wir haben uns eine tolle Lodge in Bigfork mit Blick auf den Flathead Lake geleistet und werden jetzt den Hot Tub aufsuchen.
Wir haben uns zeitig auf den Weg zum Grand Teton National Park gemacht. Die Fahrt begann, wie in den letzten Tagen häufiger, mit Wüste. Denkt nicht das Foto stammt aus der Sahara. Das ist immer noch USA. Unserer Erfahrung nach ist der Name Basin im Landschaftsnamen untrennbar mit Wüste verbunden. Beim Blick auf die Karte stellen wir fest, das es davon in den USA eine Menge geben muss.
Die Fahrt führte uns von Salt Lake City nach Nordost. Auf dem Weg haben wir einen kleinen Abstecher zu einem National Monument gemacht. Dort kann man in einem verlandeten See verschiedene Fossilien der Urzeit bestaunen. Das war interessant. Die Landschaft sah dort jedoch genau so öde aus, sodass ich euch nicht mit einem weiteren Wüstenbild langweilen möchte. Je näher wir dem Grand Teton National Park kamen, wurde die Landschaft auch interessanter. Die Berge erreichen dort eine Höhe von über 4000m. Unsere Lodge in Jackson liegt schon auf etwa 2000 m. Bei uns in den Alpen findet man da noch ein paar Almen, hier leben etwa 8000 Menschen.
Hier ein Foto auf ganz speziellen Wunsch. Wie das physikalisch funktioniert ist mir auch unklar. Es muss etwas mit den Kristallen die sich ablagern zu tun haben.
Morgens sind wir als erstes ins Freilichtmuseum von Salt Lake City gefahren. Das ging nicht mehr zu Fuß, da es etwas außerhalb der Stadt liegt ganz in der Nähe des Olympischen Dorfes der Winterspiele von 2002. In diesem Museum wird die Lebensweise der ersten Siedler, d.h. der vom Osten der USA nach Salt Lake City ausgewanderten Mormonen gezeigt.
Könnt ihr euch vorstellen das in dieser Hütte 13 Menschen gelebt haben? Die sieben Jungs der Familie mussten die Leiter rechts an der Hütte hoch und unter dem Dach schlafen.
Mit diesen Wagen kamen die Mormonen aus dem Osten der USA.
Überall kann man auch mormonische Kunst in Form von Plastiken und Gemälden bewundern. Die erinnert einen jedoch verdächtig an die Kunst der Buren in Südafrika oder an Nazikunst bzw. an Kunst des real existierenden Sozialismus. Kurz gesagt, lange kann man das nicht ertragen. Kurzentschlossen haben wir uns zu den Bergen etwa 25 Meilen südlich von Salt Lake City aufgemacht. Dort gibt es die Timpanagos Caves, ein nationales Monument. Dieser Abstecher hat sich landschaftlich und von den Tropfsteinhöhlen sehr gelohnt. Das Gebirge erreicht dort Höhen von über 3000 m. Die Tropfsteine sind ganz etwas besonderes. Sie wachsen nicht nur vertikal sondern auch horizontal. Daher werden sie auch Helictites und Anthodites genannt.
Heute stand eine Besichtigung der Innenstadt von Salt Lake City auf der Tagesordnung. Gegen 9:00 Uhr waren wir bereits am Info-Zentrum des Tempelbezirks wo wir sofort von einem freundlichen älteren Mitglied der Mormonen in Beschlag genommen und zugetaktet wurden. Nach einiger Zeit hat er uns an zwei Schwestern der Kirche aus Indonesien und Mexiko zu einer Führung durch den Tempelbezirk abgegeben. Es befinden sich in Salt Lake City viele junge Menschen, besonders Frauen, die als Missionare geschult werden. Die ersten Opfer sind die Touristen. Die Führung war freundlich und sachkundig und wie alle Führungen in Salt Lake City kostenlos. Überall sind ehrenamtliche Helfer im Einsatz die wahrscheinlich hoffen durch den kostenlosen Einsatz, bösartig würde ich es als Frohndienst bezeichnen, dem ewigen Leben näher zu kommen. Das scheint wohl die Gemeinsamkeit aller Kirchen zu sein. Vom 26. Stock der "Konzernverwaltung" der Mormonen hatte man jedoch einen Superblick über Salt Lake City. Das Gebäude ist super abgesichert. Man bekommt einen Guide zugeteilt der die Sicherheitsschleusen passieren kann und wird in einem Aufzug ohne Zwischenhalt in den 26. Stock gefahren. Es ist der einzige Ort von dem aus man den Tempel ganz fotografieren kann.
Direkt neben dem Tempel, der selbst für die meisten Momonen nicht zugänglich ist, befindet sich ein ovaler Bau Tabernakel genannt. Der Bau ist etwa genau so alt wie der Tempel und die Heimat des berühmten Mormon Tabernacle Choir. Donnerstagsabends kann man einer öffentlichen Probe des Chores beiwohnen. Die Akustik ist phänomenal, man hört buchstäblich eine Stecknadel fallen. Der Hall ist für Konzerte optimal. Da wir am Donnerstag jedoch bereits woanders sind, haben wir mittags einem halbstündigen Orgelkonzert gelauscht. Es befindet sich die zweitgrößte Orgel der Welt in dem Bau mit über 11000 Pfeifen. Da die größten vorne stehen, sieht man die meisten Pfeifen nicht, sodass die wahre Größe der Orgel gar nicht auffällt.
Salt Lake City ist auch die Hauptstadt von Utah. Das bedeutet es besitzt auch ein Capitol mit Sitz des Landesparlaments. Die Capitole der Bundesstaaten sind alle dem Vorbild in Washington D.C. nachempfunden. Das Capitol von Salt Lake City soll allerdings sogar erdbebensicher sein.