Heute hatten wir beabsichtigt einen Trail über die Höhen am Lake McDonald zu wandern. Zum Trailhead führte eine unbefestigte Straße an deren Rändern, laut Reiseführer, Wildbeobachtungen möglich sind. 2006 ist jedoch die gesamte Waldfläche abgebrannt, sodass nur noch verkohlte Baumstämme mit etwas begrüntem Unterholz in den Himmel ragt. Von Wild war natürlich nichts zu sehen. Bad luck. Ich hatte mir nicht vorgestellt das nach einem Waldbrand die ganzen kahlen, verkohlten Stämme einfach stehen bleiben. Wie das aussieht könnt ihr folgendem Foto entnehmen.
Wir sind kurzerhand umgekehrt und haben uns zu einer Bootstour über den Lake McDonald entschieden. Das hat zur Abwechslung zum Wandern auch Spaß gemacht und war wesentlich weniger anstrengend. Vom Boot aus gab es auch ein paar nette Aussichten. Um den gesamten Park zu erkunden, benötigt man sicherlich eine Woche. Dann ist es auch sinnvoll für etwa 2 Tage eine Lodge in der Nähe des Osteingangs zu suchen. Das verkürzt die Fahrzeiten doch wesentlich. Das sind halt so die Erfahrungen die man bei einer solchen Reise macht.
Auf der Rückfahrt zu unserem Hotel mussten wir uns noch erkundigen wie die Rückgabe unseres Mietwagens morgen funktioniert. Unser Flug geht bereits 6:10 Uhr, da sind die Schalter bei den Autovermietern noch geschlossen. Heute heißt es also früh schlafen gehen. Der Wecker klingelt um 4:00 Uhr. Mittags werden wir hoffentlich gut in Chicago angekommen sein. Wir werden dich schon finden Pete!
Heute war der Tag der Seen, Wasserfälle und einem wunderbaren Blick auf den Jackson Glacier, dem größten Gletscher im Park. Nach dem Reinfall vom Mt. Rainier hat es jetzt endlich geklappt. Näher an den Gletscher heran wandern ist mit großen Anstrengungen verbunden, die wir bei Temperaturen von immer noch über 25°C nicht auf uns nehmen wollten. Außerdem mangelte es uns auch an der nötigen Zeit. Wir wohnen zwar nur gut 40 Meilen vom Parkeingang weg, was in den USA eine Fahrzeit von ca. einer Stunde bedeutet. Im Park wird noch langsamer gefahren, womit sich die Fahrzeit dann um eine weitere Stunde erhöht. Rechnet man die gleiche Zeit für die Rückfahrt, so bleiben für Aktivitäten nur ein halber Tag übrig. Das ist der Grund weshalb wir uns für Wanderungen von ca. 6-8 km entscheiden. Aber auch auf solchen Kurztrails gibt es eine Menge zu sehen, wir ihr den folgenden Fotos entnehmen könnt.


Im Gebiet des heutigen Glacier N.P. befanden sich 1850 noch 150 Gletscher, 1968 waren es noch 50, heute noch 26 die natürlich weiter schmelzen, sodass damit gerechnet wird das es 2030 keinen Gletscher im Park mehr geben wird. Wenn ihr also noch Gletscher sehen wollt, schiebt die Reise nicht zu lange auf. Die Amerikaner können sich auch schon einen neuen Namen für den Park überlegen.
Wer diesen Park erleben will kann das nur durch Wandern. Von der "Going-to-the-sun-road" hat man zwar immer wieder tolle Aussichten, aber an die vielen schönen Wasserfälle und die kleineren Gletscherseen kommt man so nicht. Es gibt auch riesige Gletscherseen wie den von mir fotografierten St. Mary Lake. Das Foto zeigt nur die schmale Seite des Sees. Er ist mehrere Kilometer lang, praktisch ein ertrunkenes Flusstal ähnlich den norwegischen Fjorden. An unserem letzten Tag werden wir morgen den westlichen Teil des Parks um den Lake Mc Donald erkunden.